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19. August 2014 |

Windmessung

Seit gut anderthalb Wochen - seit Ex-Hurrikan BERTHA auf uns traf - ist es vor allem an der KĂŒste sehr windig. Selbst im Binnenland war der Wind immer wieder mal krĂ€ftig zu spĂŒren. Nach BERTHA kam nĂ€mlich ein krĂ€ftiges Tiefdruckgebiet namens WILMA, das uns ein windiges und eher herbstliches Wetter bescherte.

Was Wind ĂŒberhaupt ist und was das mit WILMA zu tun hat, wurde
bereits im Thema des Tages vom 18.08.2014 erklÀrt. Nun soll es um die
Frage gehen, wie Wind ĂŒberhaupt bestimmt werden kann. Um den Wind
eindeutig zu charakterisieren, muss neben der Windgeschwindigkeit
auch dessen Richtung gemessen werden.


Zur Bestimmung der Windgeschwindigkeit benötigt man ein sogenanntes
Anemometer (Griech. anemos = Wind; s. Abbildung). Im Deutschen Wetterdienst wird ein
Schalenkreuzanemometer eingesetzt, welches die gebrÀuchlichste
Anemometerart darstellt. Dieses MessgerÀt besteht aus einem Kreuz
halbkugelförmiger Hohlschalen, die einem Eiskugellöffel Àhneln. Weht
der Wind gegen bzw. in diese Schalen, setzt sich der Stern in
Rotation. Aus der Rotationsgeschwindigkeit wird dann die
Windgeschwindigkeit abgeleitet.

Die Windgeschwindigkeit wird ĂŒblicherweise in "Metern pro Sekunde"
(m/s), "Kilometern pro Stunde" (km/h) oder als WindstÀrke in
"Beaufort" (0 = Windstill bis 12 = Orkan) angegeben. In der Seefahrt
und in der Luftfahrt ist die Einheit "Knoten" (kt) gebrÀuchlich, was
"Seemeile oder nautische Meile pro Stunde" bedeutet. Wer die
ZusammenhÀnge der einzelnen Windgeschwindigkeiten und dessen
Auswirkung im Binnenland genauer wissen möchte, kann sich auf
www.dwd.de/lexikon unter "Beaufort-Skala" nÀhere Informationen
einholen.

Bei Windgeschwindigkeiten wird hÀufig von Böen oder "böig"
gesprochen. Damit ist die grĂ¶ĂŸte, innerhalb eines bestimmten
Zeitraums - meist 10 Minuten, eine oder mehrere Stunden - gemessene
Windgeschwindigkeit gemeint, also die Windspitze bzw. das -maximum im
besagten Zeitraum.

Soll gleichzeitig die Windrichtung erfasst werden, kombiniert man das
Schalenkreuzanemometer mit einer Windfahne. Die gemessene
Windrichtung wird in Grad angegeben und beschreibt die Richtung aus
der der Wind kommt. Dabei bedeuten 0 Grad (= 360 Grad) Nord, 90 Grad
Ost, 180 Grad SĂŒd und 270 Grad West.

Die WindmessgerĂ€te werden fernab von grĂ¶ĂŸeren Hindernissen auf einer
freien FlÀche und zumeist in 10 Meter Höhe angebracht, da der Wind in
den darunterliegenden Höhen zu stark von lokalen Effekten wie z.B.
Kanalisierungseffekten beeinflusst sein könnte.

Am gestrigen Montag (18.08.2014) wurden im Messstationsnetz des
Deutschen Wetterdienstes verbreitet Böen der StÀrke 7 (50-61 km/h,
14-17 m/s, 28-33 kt) registriert, nur der Ă€ußerste SĂŒdosten wurde von
dem starkem Wind "verschont". Sowohl an der KĂŒste als auch in
Berglagen wurden hÀufig WindstÀrken zwischen 8 und 9 (62-88 km/h,
17-24 m/s, 34-47 kt) verzeichnet und an einigen wenigen Orten sogar
fast eine orkanartige Bft 11 (103-117 km/h, 28-32 m/s, 56-63 kt)
gemessen.

Damit wurde der Höhepunkt der WindaktivitÀt vorerst erreicht. Heute
werden nur noch im höheren Bergland und an der See starke bis
stĂŒrmische Böen (Bft 7-8), vereinzelt auch Sturmböen (Bft 9)
erwartet. Dort, wo Schauer und Gewitter auftreten, kann der Wind
zeitweise auch außerhalb der angesprochenen Gebiete stark bis
stĂŒrmisch wehen.


M.Sc.-Met. Anna Wieczorek
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.08.2014

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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