08. Februar 2012 | Dipl.-Met. Christina Speicher
Weiße Winterpracht an der Adria
Die Adria - im Sommer ein beliebtes Ziel um Sonne und Wärme zu
tanken, wenn sich Deutschland mal wieder eher verregnet und kühl
gestaltet. Aber auch in der kalten Jahreszeit zieht es den einen oder
anderen zu dem eigentlich milden Mittelmeerklima.
Doch wie sieht es jetzt aus? In vielen Regionen dort liegt mehr
Schnee als in Deutschland, wenn man mal von unseren Mittelgebirgen
und den Alpen absieht.
Rimini, eigentlich ein Garant für mildes Klima und Dolce Vita meldet
heute (Mittwoch) 10 cm Gesamtschneehöhe. Dies mag sich nicht viel
anhören, doch es ist eigentlich eher selten, dass sich eine
Schneedecke direkt an der Adria ausbildet. München hat im Vergleich
dazu "nur" 7 cm.
Doch wie kommt es dazu, dass an der Adria mehr Schnee liegt, als in
dem deutlich nördlicher liegendem Deutschland?
Schuld daran ist die Großwetterlage, die auch Deutschland fest in
ihrem Griff hält. Gemeint ist unter anderen ein sehr mächtiges Hoch
(DIETER) über Westsibirien, dass kalte und auch trockene
Kontinentalluft über Deutschland und Frankreich bis zum noch warmen
Mittelmeer transportiert hat. Die kalte und trockene Kontinentalluft
konnte sich dort mit Wasserdampf anreichern. Weiterhin hat sich dort
ein Tief (Luftströmung entgegen dem Uhrzeigersinn) gebildet, das nun
die feuchte, aber immer noch relativ kalte Luft wieder zum Festland
transportiert. Die Folge ist, dass es selbst in den küstennahen
Mittelmeerregionen, wie der Adriaküste sehr kräftig geschneit hat.
Indes ist das Tief etwas weiter ostwärts gezogen und hat auch
Griechenland und Bulgarien erreicht. Eingeschneite Straßen und
eingeschränkter Flugverkehr lauten nun von dort die aktuellen,
eigentlich eher untypischen Meldungen.
Aber auch uns hat das Mittelmeertief Neuschnee beschert. Gestern
gelangte etwas feuchtere Luft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland
und sorgte bei mäßigem bis strengem Dauerfrost verbreitet für eine
dünne Neuschneedecke.
Und diese wird sich wohl auch noch einige Tage halten, denn eine
deutliche Milderung, mit der sich verbreitet Tauwetter einstellen
könnte, ist erstmal nicht in Sicht.
© Deutscher Wetterdienst
Bild: Eumetsat
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