10. November 2012 |
Niederschlag: Regen oder Schnee ?
Im Regelfall Schnee, so lautet die erste verwunderliche Antwort.
In unseren Breiten entsteht der Niederschlag üblicherweise in Wolken
mit Temperaturen deutlich unter null Grad und damit als Schnee. Beim
Fallen kommt der Schnee in immer wärmere Luftschichten und bei
Temperaturen über null Grad fängt er an zu schmelzen und aus dem
Schnee wird Regen.
Den Vorgang sieht man normalerweise nicht, nur im April lässt er sich
öfters beobachten.
Dann finden wir unterhalb der Schauerwolken einen weißen Schleier,
der sich zum Boden hin faserig aufzulösen scheint. Der
Auflösungsbereich ist die uns aus den Wetterberichten bekannte
Schneefallgrenze.
Wo liegt sie nun genau? Na ja, irgendwo zwischen ein und sieben Grad.
Bei null Grad kann sie logischerweise nicht liegen, da der Schnee
nicht schlagartig bei Temperaturen über null Grad schmilzt. Er
braucht eine Weile, die unter anderem von der Änderung der Temperatur
und der Feuchte der Luft abhängt.
Im Mittel liegt die Schneefallgrenze bei etwa 2 Grad. Da bei
"Regenwetter" die Lufttemperatur in Fallrichtung um 0,65 Grad pro 100
Höhenmeter steigt, liegt die Schneefallgrenze etwa 300 Meter (2
Grad/(0,65 Grad/100m)) unterhalb der Nullgradgrenze.
Die Schneefallgrenze ist wichtig für Wintersportler und den Verkehr.
Daher ist ihre genaue Vorhersage nötig, um zum Beispiel die
Winterdienste zu aktivieren.
Unter optimistischen Annahmen können wir die Temperaturen auf +- 1
Grad genau vorhersagen.
Das entspricht bei der oben angegebenen Temperaturänderung etwa einer
Genauigkeit von +-150 Metern.
Unter der Annahme, dass der fallende Schnee auch liegen bleibt, hieße
das fürs Rhein-Main-Gebiet, dessen Verkehrsadern zwischen 100 und 400
Höhenmetern liegen:
Bei einer angekündigten Schneefallgrenze von 250 Metern macht die
normale Vorhersagegenauigkeit von +-150 Metern den Unterschied
zwischen fließendem und chaotischem Verkehr aus.
Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.11.2012
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
© Deutscher Wetterdienst
Themenarchiv:
11.07. - Supertaifun BAVI
10.07. - Trockenheit im Südwesten Deutschlands
09.07. - Neue Hitze im Südwesten
08.07. - Sommersturm an der Ostsee
07.07. - Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont
06.07. - Ein Blick auf die Pflanzenwelt - Phänologie
05.07. - Erwartet uns eine neue Hitzewelle?
04.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 9: Meteorologie um 1750
03.07. - Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?
02.07. - Deutschlandwetter im Juni 2026
01.07. - Von Regenbekleidung und Gewitterenergie
30.06. - Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge
29.06. - Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt
28.06. - Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz
27.06. - Hitze, Blitz und Donner!
25.06. - Heiß, heißer, HARTMUT!
24.06. - Nur noch 6 Monate
23.06. - Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer
22.06. - Sommer, Sonne, Hitze
21.06. - Von Sonnenstand und Höchsttemperatur
20.06. - Mitternachtsdämmerung
19.06. - Große Hitze und auch schwere Gewitter?
18.06. - Gewitter im Anmarsch: So verhalten Sie sich richtig
17.06. - Wann gibt es Hitzewarnungen und warum?
16.06. - Stormchasing in den USA 2026
15.06. - Weltwindtag
14.06. - Erwartet uns eine intensive Hitzewelle?
13.06. - Das Vertikalprofil - ein zentrales Analyse-Werkzeug
12.06. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ist-Zustand und Prognosen



